Alle Jahre wieder – Whisky Krüger (Teil 3)

ArneVeröffentlicht von

Langsam kann man von einer Tradition sprechen. Es ist wieder Weihnachten und ich bin wieder im Norden bei meinen Schwiegereltern. Auch wenn ich es nicht geschafft habe, einen Termin zu finden, wo mein Schwager mit kommen konnte, habe ich es mir nicht nehmen lassen Whisky Krüger in Holzbunge zu besuchen. Schließlich sind von meinen letzten Besuchen schon einige Flaschen geleert worden.

Dieses mal hatten wir ein bisschen Glück und Herr Nielsen hatte wohl gerade nichts besonderes zu tun, so dass er uns empfangen hat. Ich habe natürlich gleich erwähnt, dass wir traditionell zu Weihnachten und Ostern uns dort einfinden. So hatte ich zumindest zurecht die Hoffnung, dass man wieder in den Genuss einer sehr kompetenten Beratung kommt.

Auf eine Führung durch das Museum haben wieder dieses mal verzichtet. Ich bin nach zwei Führungen ja schon fast selber der geborene Whisky-Guide. 😉 Also habe ich meiner Familie das Wissen übermittelt, was bruchstückweise noch vorhanden war. Um zu beweisen, dass ich trotzdem aufmerksam durch die Ausstellung gegangen bin, kann ich erwähnen, dass die „Bladerunner 2049 Johnnie Walker“ Flasche neu zu sein scheint. Kann mir vorstellen, dass die Flasche im Film in der Szene im Hotel beim alten Herren auftaucht. Muss ich noch mal nachgucken.

Nach dem Museum landet man wieder im Verkaufsraum. Und nun ein kleiner Tip: wenn Herr Nielsen fragt, ob man zurecht kommt, einfach mal fragen, was sie neues an Haus-Whiskys haben. Denn da gibt es immer was neues, was man auch probieren kann. Und das bringt uns nun auch zu meiner Beute.

  1. Haus-Spirit, Islay Spirit, Nordsee, Edition No.1, Staoisha, 2014, 46%, 215/431. Hier sprach Herr Nielsen von einem Experiment. Sie sind zwar nicht die Ersten mit dieser Art von „Whisky“, aber üblich ist es nun wirklich nicht. Bei einem Spirit handelt es sich um die Vorstufe von einem Whisky. Anstatt das Destillat mind. 4 Jahre in einem Fass zu lassen, verweilte es gerade mal 2 Monate in einem Faß. Der kurze Aufenthalt im Faß hat zur Folge, dass das Getränk nicht Whisky sondern Spirit heißt und dass dieser Spirit auch nur eine ganz leichte Färbung hat. Dieser Spirit ist sehr rauchig und irgendwie frisch. Ich denke, da ist es auch in Ordnung, wenn man ihn nicht wie ein Whisky genießt sondern auch ein bisschen anders. Gekühlt, mit Eis als Shot oder was weiß ich. Ich werde es ja sehen.
  2. Haus-Whisky Krügers Schloß Whisky No. 16, Highland Single Malt Scotch Whisky (Glenburgie), 2011, 5 Jahre alt, Single Cask, 61.9%, 489/533. Ich empfinde so eine Faßabfüllung immer wieder als was besonderes. Das kann daran liegen, dass man sowas nur im gut sortierten Fachhandel bekommt oder eben so hochprozentig ist, dass es einem das Rückgrat gerade zieht. Aber wenn man die Reihenfolge bei einer Verkostung gut wählt, bleibt das brennen aus und man kann sich voll auf den ausgewogenen Geschmack konzentrieren. 61.9% Alkohol und 38.1% Geschmack 😉 . Es ist auch Single Cask aus einem Bourbon Fass. Wenig Rauch dafür aber mit einer menge Geschmacksnuancen, die ich mal wieder nicht rausgeschmeckt habe. Aber Vanille soll mit dabei sein.
  3. Haus-Whisky Weverkaat No. 2, Highland Single Malt Scotch Whisky (Glen Moray), 2007, 9 Jahre alt, Single Cast, 46%, 294/436. Hier habe ich mich für einen sehr ausgewogenen Single Cask entschieden, der vom Geschmack in die Richtung von dem Schloß Whisky geht. Kein Rauch aber Vanille, Baiser, Stachelbeere und Sandelholz. hmm… das sagt zumindest Herr Krüger. Ich glaube ihn das mal. Aber wie ich das beim 1. Vernichtungs-Tasting in Ingolstadt gelernt habe, hat man 3 Meinungen zu den Aromen, wenn man zwei Fachleute fragt. Aber hier haben sie zusätzlich noch einen identischen Whisky aus einem weiteren Faß. Der heißt dann Weverkaat No. 3 und das erstaunliche ist, dass der echt anders schmeckt. Da kann man mal sehen, was so ein Faß ausmacht. Klasse.
  4. Mackmyra, Svens Ek, Swedish Single Malt Whisky, 46.1% Ich habe für mich ja ein bisschen die Japaner entdeckt. Da Whisky Krüger nur einen Japaner offen hatte, den ich vor einem Jahr schon probiert und gekauft habe, entschied ich mich keinen Japaner blind kaufen und bin der Empfehlung von Herrn Nielsen gefolgt und habe einen Schweden probiert. Extrem blumig. Als würde man seine Nase in einem Blumenstrauß halten. Das hatte ich auch noch nicht gehabt. Also das komplette Gegenteil zu einem rauchigen Torfstecher. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen und habe mir auch gleich diese Flasche eingepackt. Außerdem muss man ja den Newcomern mal eine Chance geben. Die Marke gibt es nämlich erst seit 1999.

Auf diesen Weg will ich mich nochmal bei Herrn Nielsen für die gute Beratung und das nette Gespräch bedanken. Es ist immer wieder ein Fest.

 

Beute bei Whisky Krüger 2017

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