Die Discounter wollen beim Craft Beer mitspielen. Haben sie die Eier?

ArneVeröffentlicht von

Haben die Discounter Eier? Ja, haben sie… meistens gerade durch und dann hinten rechts…freilaufend oder gefärbt! 😉 Aber kommen wir zurück zum Bier. Wie ihr am Datum der Veröffentlichung sehen könnt, ist immer noch Weihnachten und ich bin bei meinen Schwiegereltern. Wann, wenn nicht jetzt, zeigt der Gott des Bieres seinen Sinn für Humor. Getrieben vom der Lust nach einem Lemon-Bier packte meine Schwiegermutter beim Lidl ein 3er-Bier Träger in den Einkaufswagen, der einen grünen (grün = Lemon?) Schriftzug trug „India Pale Ale“. Um auch um die Gunst des Schwiegersohnes zu buhlen, wurden noch die anderen neuartigen Träger eingepackt. Sehr löblich. 🙂 Ein fachmännischer Blick meinerseits auf das Etikett verriet mir, dass dieses Pale Ale so viel mit einem Lemon Bier zu tun hat, wie Gregor Gysi mit dem Wu-Tang Clan: 7,8% (Vol.), Cascade und Amarillo (Hopfen). Tja, da war die Gute überrascht, dass man nach dem einen Bier schon leicht beschwipst war und die Lust nach Lemon nur unzureichend befriedigt wurde, obwohl ein India Pale Ale eine Zitrusnote erahnen läßt. Aber nichts desto trotz muss ich auch da sagen, dass dies ein wirklich gutes India Pale Ale geworden ist, welches auch den Namen verdient hat. Im Gegensatz zu Becks beweist hier „Perlenbacher“ beim IPA Eier. Stark, sehr herb und extrem fruchtig. Aber der Schriftzug „Perlenbacher“ verrät ja auch, dass da eine Marke dahinter steckt, die zumindest sich mit der Produktion von großen Mengen Bier auskennt und somit auch Braumeister involviert sind, die sich damit auskennen. Erstaunlicherweise sind sogar zwei Unterschriften der Braumeister auf dem Etikett abgedruckt. Vermutlich wollen sie sich damit auf die Stufe von Mercedes-Benz stellen, wo sich auf dem Motorblock eines AMG-Motors der Monteur mit seiner Unterschrift verewigt. Mein Gott, sollen sie machen. Ich werde mir vermutlich eher ein Maltos India Pale Ale leisten als ein AMG. 😎

Die anderen beiden Sorten bleiben vor mir natürlich auch nicht verschont. Amber Lager…hmm…Déjà-vu (siehe Red Lager von Köstritzer).
White Stout. Selten war ich so ahnungslos, wie ein Bier schmecken soll, wie in diesem Fall. White Stout? Wer macht denn so etwas? Ist das ein Stout ohne Röstmalze? Claus? Kannst du mich mal aufklären? Aber für seine 7,6% (Vol.) erstaunlich süffig. Fand ich klasse. Leicht herb, vollmundig und ein Anflug von Frucht.

Ich denke, dies ist erst der Anfang. Andere Discounter werden nachziehen und den Craft Beer Markt beeinflussen. Wie diese Beeinflussung aussieht, kann man nun schwer sagen. Ich hoffe, dass es einen positiven Einfluss hat. Dieser könnte wie folgt aussehen: der typische Discounter-Zombie schlurft durch die Gänge, packt seine Cervelatwurst und den Mexikanischen Feuertopf in den Einkaufswagen und kommt plötzlich beim 6er-Träger Standard-Pils ins Stocken da dort plötzlich ein hipp-wirkender 3er-Träger ihn anlacht. Im Hinterkopf den Vorsatz von den letzten Sylvestern was im langweiligen Leben zu ändern, beschließt diese Person was verrücktes zu machen und greift zum „India Pale Ale“. BÄÄÄMMMM!!! Die durch Natriumglutamat und Hefe-Extrakt benebelten Geschmacksnerven durchfährt ein Moment der Erhellung! Halleluja! Eine neue Geschmackswelt hat sich aufgetan. Angefixt von dieser Erkenntnis und übermannt von dieser neuen Neugier macht sich die „sehende“ Seele auf die Suche nach weiteren Geschmacksexplosionen. Und da landet man schließlich gerne in einem Geschäft, welches die volle Palette der Craft Biere anbietet. Es bleibt also zu hoffen, dass alle voneinander profitieren und keiner durch diese Entwicklung leidet.

Würdet ihr Discount Craft-Beer kaufen? Ich bin auf eure Kommentare gespannt.

P.S. Wer beim Durchlesen dieses Blog-Eintrages ein Fischmob-Zitat erkannt hat und dieses benennen kann, bekommt von mir ein India Pale Ale meiner Wahl 😉 . Einfach in die Kommentare schreiben.